• Stephanie Vonwiller

87.000 getötete Frauen - in einem Jahr!

Übersicht

Die Gewalt gegen Frauen nimmt während und nach Konflikten stark zu. Das Thema steht auch bei der UNO auf der Tagesordnung. Der Sonderbeauftragte für sexuelle Gewalt in Konflikten, Zainab Bangura, befasst sich mit Strategien zur Eindämmung von Vergewaltigung als Kriegswaffe und mit der Notwendigkeit, Regierungen und Führer zur Rechenschaft zu ziehen.

Es gibt drei Kategorien von Ländern, die im Fokus der UNO stehen.

Dies sind im Allgemeinen die Länder, die sich in einem Konflikt befinden, dann die Länder nach einem Konflikt und eine dritte Kategorie, die nicht wirklich in den Köpfen der Menschen verankert ist. In diesen Ländern findet sexuelle Gewalt unter ganz besonderen und einzigartigen Umständen statt. Da ist zum Beispiel Ägypten, wo während des politischen Übergangs, während einer Demonstration, Massenvergewaltigungen stattfanden. Kenia ist ein weiteres verwerfliches und trauriges Beispiel. Es gab Angriffe während des Prozesses demokratischer Wahlen.


Massenvergewaltigungen gab es auch in Guinea und Angola, und es gibt den traurigen Rekord in Sierra Leone, wo 60 000 Frauen während des Konflikts vergewaltigt wurden.

"2017 wurden weltweit 87.000 Frauen vorsätzlich getötet - das sind fast zehn Frauen pro Stunde. Die größte Zahl (20.000) aller Frauen, die 2017 weltweit von intimen Partnern oder Familienmitgliedern getötet wurden, befand sich in Asien, gefolgt von Afrika (19.000), Amerika (8.000), Europa (3.000) und Ozeanien (300)" (UNODC). Diese Zahlen zeigen nur die getöteten Frauen; Frauen, die der Gewalt ausgesetzt sind und überleben, sind hier nicht berücksichtigt. Dies zeigt deutlich, wie wichtig schnelle Hilfe ist.


Ist Gewalt gegen Frauen in Konflikten vermeidbar?

Das Problem, warum Gewalt gegen Frauen immer noch stattfindet, ist, dass ohne Vereinbarungen der Machthaber auf gleicher Ebene und ohne "Geschenke" oder "Konzessionen" nichts geschieht. Es ist nach wie vor ein grundlegendes Problem - weltweit, auch in westlichen Gesellschaften -, dass die Macht überwiegend von Männern ausgeübt wird, und viele Männer akzeptieren "Anweisungen" nur von Männern. Die Selbstverständlichkeit, dass Frauen zum Beispiel nicht vergewaltigt werden dürfen, dass dies ein strafbares Vergehen ist, dass Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung im Allgemeinen strafbar sind, wird erst dann bewusst, wenn es entsprechende "Erziehungsmaßnahmen" in Form von lebenslangen Haftstrafen gibt. Diese aber nicht nur für die Verantwortlichen, sondern vor allem für diejenigen, die sie durchführen. Denn streng genommen wird kein Führer oder Kommandant etwas erreichen, wenn die "Infanterie" sie nicht durchführt. Umgekehrt zeigt dies deutlich, wie die Denkweise der Mehrheit aussieht.


Es ist daher notwendig, dieses Denken zu ändern. Es muss ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass es verwerflich ist, wenn jemand Gewalt gegen Frauen (Kinder) ausübt.

Welche Möglichkeiten gibt es, diese Gewalt zu verringern?

Es gibt bereits viele gute und sinnvolle Aktionen auf diplomatischer Ebene. Leider ist dies kein theoretisches Thema, und jeden Tag, ja sogar jede Stunde sind Frauen irgendwo auf der Welt Gewalt ausgesetzt. Erziehung und Verständnis sind wichtige Grundlagen für ein dauerhaftes Umdenken, aber ich denke, dass es parallel dazu mehr "Strafen" geben sollte.


- Verbot dieser Staaten,

- alle Gelder von und nach diesen Staaten zu stoppen,

- den Export/Import zu regeln,

- mehr Prozesse und Verurteilungen vor dem Internationalen Gerichtshof für Menschenrechte,

- Die USA sollten endlich CEDAW und die "Rechte des Kindes" unterzeichnen.


Würde etwas anderes als die Beseitigung des Krieges das Problem der Gewalt gegen Frauen verhindern?


1. Stärkere unabhängige Flüchtlingsorganisationen stärken.

2. Mehr Frauen in Entscheidungspositionen.

3. Erkennen Sie die Beteiligung von Frauen an der Arbeit in der Vergangenheit an

4. Förderung der Rolle der Frau als gleichberechtigte Frau.


Was kann derzeit getan werden?

"Die Resolution 1325 des UN-Sicherheitsrates verabschiedete am 31. Oktober 2000 die Resolution über Frauen und Frieden und Sicherheit. Die Resolution bekräftigt die wichtige Rolle der Frauen bei der Konfliktverhütung und -beilegung, bei Friedensverhandlungen, bei der Friedenskonsolidierung, bei friedenserhaltenden Maßnahmen, bei humanitären Operationen und beim Wiederaufbau nach Konflikten" und "fordert alle Konfliktparteien auf, besondere Maßnahmen zu ergreifen, um Frauen und Mädchen in bewaffneten Konflikten vor geschlechtsspezifischer Gewalt, insbesondere vor Vergewaltigung und anderen Formen sexuellen Missbrauchs, zu schützen". Darüber hinaus müssen die Angebote und Hilfen vereinfacht und ausgeweitet werden, insbesondere für weibliche Flüchtlinge und Kinder.

"Leider zweifeln Teile der Bevölkerung - Männer und Frauen - an der Realität des biologischen Evolutionsprozesses und der Evolutionstheorie. Die Menschen einer oft kreationistischen Argumentationslinie stammen zumeist aus religiös inspirierten Gruppen, vor allem aus dem fundamentalistischen Bereich der drei abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam, deren strenge Anhänger die oft bildhafte Sprache religiöser Schriften über die Herkunft der Erde und der Lebewesen wörtlich interpretieren (Wikipedia)".

Wie dies erklärt, ist viel mehr Aufklärung nötig, um die entsprechenden Kulturen und Denkweisen zu verändern. Die Ressource "Frau" muss viel stärker ins Bewusstsein gebracht werden. Nicht als schutzwürdiges Individuum, sondern viel mehr als gleichberechtigter Partner.