• Stephanie Vonwiller

Abwertende und aufwertende Begriffe – Bedeutungswandel von Wörtern

Wer als Autor nicht um seine „Macht“ im Umgang mit Wörtern weiß, bzw. sie lernen will, der sollte sich einen anderen Beruf suchen.

Du solltest also wissen, welche Bedeutung das Wort in der Gesellschaft hat, bevor es in Deinem Buch einen Platz erhält. Als Autor ist es ungünstig ein Wort zu verwenden, welches abwertend, also negativ gilt. Schnell macht der Autor mit so einem kleinen Fehler, seine Protagonisten bei den Lesern unbeliebt. Du denkst jetzt vielleicht, was das hier werden soll. Du wirst ja wohl abwertende Wörter von aufwertenden Wörtern unterscheiden können. Wirklich? Finde es heraus!


Im Laufe der Geschichte, oft von nur ein paar Jahren oder Jahrzehnten, passiert es immer wieder, dass positive Wörter eine Bedeutungsverschlechterung erfahren. Sog. Pejorative, also abwertende Wörter, können jedoch sowohl positive als auch neutrale Wörter sein.


Beispiele:

Ordinär = einfach

In früheren Zeiten ein neutrales Wort, wird es heute im deutschsprachigen Raum als abwertendes Wort verwendet.


Gift = Gabe, Geschenk

Im englischen heute noch gebräuchlich und ein positives Wort, wird bei uns mit giftig, gefährlich und tödlich assoziiert.


Weib = Frau

Früher für (Ehe)Frau, wird heute abwertend verwendet. Da dies bei historischen Romanen häufig vorkommt, umweht männliche Protagonisten, aus Sicht moderner Leser, meist etwas Frauenverachtendes, auch wenn dies nicht gewollt ist.


Gastarbeiter

Dies ist auch ein Wort, das noch nicht so lange negativ besetzt ist. Ursprünglich positiv besetzt.


Migranten

Das Wort wurde anstelle von Gastarbeiter eingesetzt, nachdem dieses einen abwertenden Wandel erkennen ließ. Hat nicht funktioniert …

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Als nächstes schauen wir uns Wörter mit einer Bedeutungsverbesserung (Meliorationen) an. Du ahnst es schon, es sind aufwertende Wörter. Also Begriffe, die negativ besetzt waren und heute positiv. Hier gibt es erstaunlich wenige Beispiele. Leider passiert meist der

umgekehrte Fall.


Beispiele:

Ratatouille

Früher war das die Bedeutung für ein Resteessen. Heute fehlt es in keinem guten französischen Restaurant.


Schwul

Dieser Begriff ist derzeit im Wandel. Es wird sich zeigen, ob er wirklich eines Tages seinen Platz hier verdient hat. Weil ich das persönlich für gut finde, habe ich ihn schon einmal aufgewertet.


Und an diesem letzten Beispiel zeigt sich auch, welche „Macht“ Autoren haben. Verwenden wir den Begriff im negativen oder im positiven Sinn in unseren Texten?






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