• Stephanie Vonwiller

Bücher (Roman) schreiben - Planung

Struktur und Planung ist alles, aber auch zeitaufwendig und hat mit dem eigentlichen Schreiben erstmal nichts zu tun. Warum also, um alles in der Welt, sollte ich das tun? Warum nicht einfach erstmal meine Ideen zu Papier bringen und später überarbeiten? Es geht ja schließlich um meine tolle Idee, die doch schnellstmöglichst den Leser erreichen soll.

So, oder so ähnlich denken leider viele, vor allem Neuautoren oder Gelegenheitsschreiber.

Vermutlich gibt es auch den ein oder anderen prominenten und guten Autor der es so macht - ich kenne keinen. Wenn ihr einen wisst, bitte in die Kommentare schreiben ;-)


Was ich euch hier anbiete, ist eine sichere Art, dass euer Buch, bzw. euer Roman, später mal schlüssig ist, keine Plotfehler (die es ohne Plot praktisch immer gibt) oder unlogische Passagen enthält. So könnt ihr auch Perspektivwechsel vermeiden und verliert nicht euren roten Faden. Ein weiterer Vorteil: Verlage springen eher auf gut gemachte Bücher an, sollte dass euer Ziel sein.


Es gibt natürlich nicht nur den einen Weg. Vielleicht habt ihr schon von der Schneeballmethode oder der 3-Akt-Methode gehört? Dazu schaut mal im Internet ...

Ich will euch hier aber meine eigene Vorgehensweise schildern, sie hat keinen besonderen Namen und ist eine eigene Mischung. Ihr könnt sie so anwenden oder an euch anpassen, sie mit anderen Methoden kombinieren oder auch ignorieren ;-) .


Fangen wir an:

Grundsätzlich ist es immer gut, sich alles zu notieren, was einem so im Kopf rumgeht. Wie Brainstorming, bei dem jeder alles in die Runde wirft, was ihm zu einem Thema einfällt. Das hat den Vorteil, dass nichts verloren geht. Du kannst es in ein Büchlein schreiben, auf Servierten, wenn Du unterwegs bist, ins Handy tippen oder als Memo aufsprechen.

1. Wenn ich eine ernsthafte Idee zu einem Roman habe, dann notiere ich mir als erstes einen Satz. Einen sog. Pitch. Dieser besteht aus max. 15 Wörtern und beantwortet folgende Fragen: Wer, Konflikt, Motivation und das Ziel. Das hört sich leichter an, als es ist. Es ist der rote Faden des Buches und enorm wichtig.


Während dieser Arbeit überlege ich mir auch, was eigentlich meine Intention ist. Warum will ich unbedingt diese Geschichte schreiben?

Glaubt nicht, dass dies einfach ist. Ich frage viele Autoren vor oder nach dem Lesen der Manuskripte und die Antworten sind oft "gruselig". Eine Intention ist nicht, dass der Autor schon immer mal ein Buch über z.B. Vampire veröffentlichen wollte oder seiner toten Oma gedenkt oder was auch immer in der Art.

Eine Intention kann der Weltfrieden sein, gegen Rassismus, für mehr Menschlichkeit, gegen neue Technologien, für oder gegen die Demokratie usw. Ich hoffe, ihr wisst, was ich meine? Die Intention ist am Ende die Message, die nach dem Lesen des Buches hängenbleiben sollte, dass wofür auch die Prots in der Geschichte kämpfen.


2. Als nächstes formuliere ich mit Hilfe des Pitch eine Art Klappentext (mind. 5 Sätze).

- Der erste Satz kann der Pitch sein oder ähnlich.

- Der zweite beschreibt ein Problem, welches von außen kommt.

- Der dritte und vierte Satz beschreiben Konfliktsituationen, die von der Hauptperson verursacht werden und Entscheidungen, die er trifft.

- Der fünfte Satz beschreibt das Ende.


3. Nun kümmere ich mich um die Charaktere.

Ich lege fest, wer und wie viele. Dann schreibe ich zu jedem:

- Name, Alter, Haarfarbe, Augenfarbe, Schuhgröße, Vorlieben, Abneigungen usw. (nur als Aufzählung!)

- Jetzt überlege ich mir, wie würde derjenige die Story (siehe 2.) aus seiner eigenen Sicht in einem Satz beschreiben.

- Ich notiere mir die Motivation der Figur (Was treibt sie an?)

- Nun das Ziel (Was will die Figur konkret erreichen?)

- Jetzt folgt der Konflikt (Wer oder Was verhindert/verzögert das Erreichen der Ziele?

- Zum Schluss die Lernkurve (Was hat die Figur am Ende gelernt, wie hat er/sie sich verändert/weiterentwickelt?)


Warum ich das so ausführlich mache? Nichts ist schlimmer als zweidimensionale Prots. Lieber welche, die polarisieren - die der Leser lieben und/oder hassen kann. Unter Punkt drei stelle ich auch Orte und Gegenstände zusammen, die für meine Geschichte wichtig sind. Nebenher notiere ich mir alles, was mir einfällt. Zum Beispiel was noch recherchiert werden muss.


4. Jetzt nehme ich mir den Text von 2. wieder her und erweitere ihn. Das bedeutet, ich mache aus jedem der Sätze insgesamt fünf. Jeder der Sätze enthält eine "Katastrophe". Die kann klein oder gewaltig sein. Der letzte Satz enthält das Ende - natürlich ohne Katastrophe. Am Ende habe ich eine Handlungszusammenfassung mit mind. 25 Sätzen und 24 "Katastrophen".


5. Als nächstes erstelle ich eine Tabelle mit drei Spalten. In diese extrahiere ich meine Handlungszusammenfassung. Das mache ich folgendermaßen:

- In der ersten Spalte befindet sich die Kapitelüberschrift oder nur 1., 2., 3. usw.

- Die zweite Spalte beantwortet die Frage, welches Ziel verfolgen meine Akteure in diesem Kapitel, was treibt sie an und welcher Konflikt stellt sich ihnen in den Weg? Die dritte Spalte ist für zusätzliche Angaben, die mir wichtig sind. Zum Beispiel aus welcher Perspektive das Kapitel geschrieben werden soll.


6. Anfangen zu schreiben ...


Ich würde mich über Kommentare zu diesem Beitrag freuen. Oder habt ihr Verbesserungsvorschläge? Wollt vielleicht etwas ganz anderes wissen? Einfach kurz melden :-D




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