• Stephanie Vonwiller

Rezension zu 221 Tage

Autorin: Iris Antonia Kogler

Fazit:

Ein grandioses Werk, dass sehr leise ist und mit dem arbeitet, was uns allen mehr oder weniger bekannt ist. Warum sollte man es also lesen? Weil es die Verbindungen herstellt. Weil es aufzeigt, dass Entscheidungen, auch wenn sie sich später als schlecht herausstellen, zum gewählten Zeitpunkt seine Berechtigung hatten. Und wie es passiert, dass gut gemeintes nicht immer gut für andere ist. Weil es so simple eröffnet, wie Menschen sind. Und weil dieses Buch anregt zum Nachdenken über das eigene Dasein. Über den Sinn und Unsinn, in dem wir tagtäglich leben und den wir als wichtig erachten.

Es ist eines der wenigen Bücher, die ich sicher nicht vergessen werde. Ein nachdenkliches Buch das nicht für fröhliche Lesestunden geeignet ist, aber dennoch Freude beim Lesen bereitet. 221 Seiten, die mir viel zu kurz vorkamen. Die Autorin hat ein unglaubliches Talent, banale Lebenssituationen zu beschreiben, gleichzeitig so zu berühren und mitzuziehen.


Story:

Philosophisch, tief blickend und mit außergewöhnlichen Beschreibungen, wird dem Leser ein Einblick in das Leben verschiedener Menschen gewährt. Aktuelle Entscheidungen und Entscheidungen in der Vergangenheit der unterschiedlichen Personen, haben Einfluss auf jeweils andere. Es läuft auf ein Ereignis zu, welches den Mittelpunkt der Geschichte bildet.


Charaktere:

Erster Teil:

Mark, verheiratet mit Sarah ist ein Tagträumer im Büro.

Sarah, penible Perfektionistin.

Andrea, chaotische Künstlerin und Mutter von Sarah

Psychologin von Sarah und Mark

Roland, der Professor

Christin, Rolands Frau

Ellen, Tochter von Roland und Christine und ihre Tochter Anna


Zweiter Teil:

Somai und ihre Tochter Nila aus Thailand

Onkel Mahi mit Restaurant in Deutschland

Chau eine Angestellte von Mahi


Dritter Teil:

Tobias, trockener Alkoholiker

Lisa, Tobias Tochter

Sascha, ein Arzt und seine Frau Laura

Die Charaktere sind so bildlich beschrieben, dass ich als Leser mitfühle und mitleide.


Schreibstil:

Das Buch lässt sich flüssig und leicht lesen. Es beinhaltet eine gute Mischung aus aktivem Text und Dialogen.

Erster Teil: personalisierter Erzähler aus Sicht von Sarah, Mark, Andrea, Roland und Christin

Zweiter Teil: personalisierter Erzähler aus Sicht von Somai.

Dritter Teil: personalisierter Erzähler aus Sicht von Tobias und Sascha


Cover und Titel:

Ein Türblatt mit Schlüsselloch und Klinke, dazu der Titel in rot auf weißem Grund. Und wer „schaut“ nicht mal gerne durchs Schlüsselloch um in das Leben anderer Menschen zu blicken? Zumindest erwarte ich das bei diesem Cover und neugierig wie ich bin, fange ich an zu lesen…


Klappentext:

Wie vom Cover abgeleitet, erwartet mich hier ein Roman mit allerlei Schwierigkeiten und Konflikten unterschiedlicher Menschen. Das Besondere hierbei, die Autorin verspricht mir ein Geflecht an unabhängigen Handlungen und Entscheidungen der einzelnen, welche in einem Unglück münden das alle beeinflusst. Ein großes Versprechen.

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