• Stephanie Vonwiller

Rezension zu "Das wilde Herz des Westens" von Alexandra Fischer



Fazit: Eine großartige Geschichte, gut recherchiert und zu keiner Zeit langweilig. Wer historische Western mag, wird dieses Buch lieben. Es bietet alles was man erwartet und zudem einen überraschenden, ungewöhnlichen Schluss. Die Story ist großartig geschrieben. Hier stimmt für mich einfach alles.

Klappentext: Die Geschichte spielt in den USA im Jahre 1865. Phoebe hat es sich in den Kopf gesetzt einen Cowboy zu heiraten. Durch eine Heiratsannonce scheint ihr Traum wahr zu werden. Sie reist also mit ihrer Freundin Briana nach Missouri. Dass ihr Zukünftiger und dessen Bruder Banditen sind, erfährt sie natürlich erst dort. Zu allem Überfluss hat auch ihre Freundin ein Geheimnis aus der Vergangenheit.

Story: Der Prolog greift zurück auf die Zeit, als die beiden Mädchen, im Alter von sieben Jahren, sich kennenlernten. Er ist aus Sicht Brianas geschrieben, aber der Stil passt für mich nicht so gut zu einer siebenjährigen. Trotzdem ist er wichtig, da er die Umstände erzählt, wie Briana bei Phoebes Familie in Ellicott’s Mills, Maryland gelandet ist.

Der Roman erzählt im weiteren Verlauf erst über die letzten Kriegswochen, indem zu Hause von Briana und Phoebe. Die beiden jungen Frauen helfen wo sie können, um die Kriegsverwundeten zu versorgen. Danach nimmt die ohnehin schon aufregende und spannende Geschichte, unterschiedlicher Menschen zu dieser Zeit, erst richtig Fahrt auf. Phoebe Ann, die etwas naive Tochter aus gutem Haus, will unbedingt den Cowboy Silas heiraten. Briana, die Phoebe als ihre Freundin betrachtet, die aber viel mehr eine Hausangestellte ist, soll sie begleiten. Diese wehrt sich vehement und hält das Vorhaben für dumm. Irgendwann setzt Phoebe ihren Willen durch, aber Briana behält Recht. Die beiden geraten in eine Umgebung, von der sie bis dato keine genaue Vorstellung hatten. Denn Groschenromane sollten nicht ernst genommen werden. Nach und nach geraten sie nicht nur in Schwierigkeiten, sondern sehen sich auch der Realität gegenüber. Briana arrangiert sich schnell damit, was man von Phoebe nicht behaupten kann. Mit den Kennedybrüdern, deren Mutter und kleinem Bruder, sowie der Hure aus dem Salon, machen sich alle auf nach Montana in ein vermeintlich besseres Leben. Sie geraten aber von einem Problem zum nächsten und Brianas Vergangenheit holt sie auch ein.

Charaktere: Phoebe Ann Harrinton ist das Mädchen aus gutem Hause und vor allem zu Anfang naiv.

Briana Magee, eine irische Katholikin, die bereits mit 6 Jahren mit ihrer Tante und dem Onkel nach Amerika kam.

Silas und Jesse Kennedy, sind Brüder und gesuchte Verbrecher.

Dann spielt noch die Hure Frances eine nicht unwesentliche Rolle, genauso wie Joseph, der gerne mit Briana zusammen wäre. Toby, aus Maryland, wurde von Phoebe abgewiesen. Sie wollte keinen verkrüppelten Mann. Russel Henricks ist ein undurchsichtiger Ire, der auf Rache sinnt. Und dann begegnen den beiden Frauen noch Frank und Mary, die verheiratet sind und mit ihnen in der Kutsche reisen. Indianer fehlen natürlich nicht, und Red Deer mit seiner Frau haben mir sehr gut gefallen. Die Schicksale all dieser Protagonisten sind irgendwie miteinander verwoben und kreuzen sich mal mehr und mal weniger.

Schreibstil: Der Roman lässt sich flüssig lesen, ist spannend und gut recherchiert. Als Leser wird man nicht von einem Ereignis zum anderen gehetzt, sondern darf die Stimmung der einzelnen Szenen genießen. Die Dialoge sind gut überlegt und stören nicht durch überflüssiges Geschwätz.

In der personellen Erzählperspektive geschrieben – mit wechselnder Perspektive zwischen den Protagonisten. Das mochte ich sehr gerne, da ich mich den Protagonisten damit viel persönlicher nähern konnte.

Die Perspektivwechsel zu den verschiedenen Protagonisten und unterschiedlichen Orten sind sehr gut gelungen. Als Leser werde ich nach und nach in die Geschehnisse gezogen. Das Leben im wilden Westen wird schonungslos und unverblümt dargestellt. Einige wenige Sexszenen sind gut herausgearbeitet und wirken nicht konstruiert.

Titel/Cover:

Das Cover passt für mich nicht zu einem historischen Western-Roman.

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