• Stephanie Vonwiller

Wie wichtig sind nichtstaatliche Hilfsorganisationen?


Da ich selbst aktives Mitglied einer Organisation in Indonesien/Jakarta war, berichte ich darüber, um zu zeigen, wie wichtig solche Organisationen sind - auch wenn sie klein und nicht so berühmt sind wie die großen.


(altes Logo)

Vergangenheit und Gegenwart

Yayasan Jembatan - Die Brücke″ wurde 1979 als gemeinnütziger Verein deutschsprachiger Frauen gegründet und unter dem Namen Yayasan registriert. Seit 2004 war ich für die Finanzen des Vereins verantwortlich. Ich war auch für die Mitgliederdatenbank verantwortlich. Wir hatten etwa 156 Mitglieder. Darüber hinaus war ich auch bei Veranstaltungen anwesend und half mit. Zu dieser Zeit war es eine Gruppe deutschsprachiger Frauen. ″Die Brücke″ half bedürftigen Indonesierinnen und Indonesier, vor allem aber Kindern und Frauen. Mit finanziellen Beiträgen von Sponsoren, Mitgliedsbeiträgen, Arbeitskreisen, Veranstaltungen und viel persönlichem Engagement wurde die lokale Bevölkerung unterstützt. Der Verein setzte und setzt sich auch heute noch für die Ausbildung, Behinderungen und Krankheiten von Kindern ein. Dies entlastet die Familie, insbesondere die Frauen.


In Zusammenarbeit mit indonesischen NGOs und Stiftungen werden derzeit mehrere Projekte in und um Jakarta durchgeführt. Sie konzentrieren sich heute ebenfalls hauptsächlich auf Bildung, Kinder mit Behinderungen und Kinder, die an Krankheiten leiden (Yayasan Lentara Anak Pelangi und Rumah Kita). Die Projekte werden regelmäßig besucht, um die Verwendung der Spendengelder zu überwachen. Neben dem wöchentlichen Garagenverkauf (aus zweiter Hand) trifft sich regelmäßig eine Kreativ Gruppe und produziert verschiedene Artikel, die bei Veranstaltungen verkauft werden.

Inzwischen ist die Organisation auch für jeden offen. Dies ist seit 2010 der Fall, da aufgrund neuer Gesetze in Indonesien der frühere Status (Erlaubnis) erneuert werden musste. Aber die Anforderungen waren sehr hoch und fast unmöglich zu bewältigen. Eine davon war die Forderung, dass alle verantwortlichen Personen eine Arbeitserlaubnis haben müssten. Da aber in der Regel die deutschen Frauen, die nicht hauptberuflich in Indonesien arbeiteten, zu dieser Gruppe gehörten, mussten andere Regelungen gefunden werden. In diesem Fall konnten einheimische Frauen überzeugt werden, sich für die Gruppe und ihre Ziele zu engagieren.

Was habe ich von dieser Aufgabe damals mitgenommen?

Die Zeit in Indonesien war für mich sehr prägend. Trotz meines mehrjährigen Aufenthalts in China war Indonesien eine fast unerträgliche Katastrophe. Armut und Elend waren allgegenwärtig. Die Frauen und Kinder litten am meisten. Ich gab, was ich konnte, und doch war es nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Regierung tat jedoch nichts; und tut auch heute noch nichts.

Es war aber auch eine Zeit, an die ich mich gerne erinnere. Die Frauen in der Gruppe waren sehr solidarisch, und wir suchten immer die Nähe zu den Frauen vor Ort, um von ihrer Kultur zu lernen. Manchmal mussten wir leider feststellen, dass wir mit unserem westlichen Denken allein waren und nichts tun konnten. Ich erinnere mich an eine Situation einer Frau, die von ihrem Mann verprügelt wurde - was dort sehr oft vorkommt. Keiner der Einheimischen sah darin jedoch ein Verbrechen. Im Gegenteil, die allgemeine Meinung war, dass die Frau falsch gehandelt und eine Strafe verdient hatte. Und dies war nicht nur die Meinung der Männer!

Von da an hatte ich gelernt, dass es nicht möglich ist, Strukturen nur durch Gesetze zu verändern. Das Umdenken der kulturellen Verhältnisse kann nur durch das Vorleben eines anderen Verhaltens, durch Erziehung und Aufklärung - also durch viel Geduld und Diskussion - verändert werden. Dazu braucht es Menschen, die heute säen können und die, die Ernte wahrscheinlich nicht mehr erleben werden. Ich hoffe wirklich, dass ich bei der Aussaat ein wenig geholfen habe.


Auf meinem Sicherungslaufwerk habe ich Daten aus der Vergangenheit gefunden, darunter auch eine der Muttertags Veranstaltung. Hier erhielten wir Spenden von Unternehmen wie BMW und Merck, was auch zeigt, wie wichtig es ist, dass ausländische Unternehmen in Ländern wie Indonesien aktiv sind. Sie ″scheffeln″ nicht nur Geld, sondern sie spenden auch, auch wenn kleine Beträge und Sachspenden nicht an die große Glocke gehängt werden. Marketing, macht man mit den großen Spenden.


Wenn Sie mich also fragen, ob es wichtig ist, möchte ich sagen: „Natürlich ist es wichtig! Für beide Seiten.“ Wo auch immer Sie herkommen und wo auch immer Sie jetzt gerade leben, überall auf der Welt gibt es eine Organisation, die Ihre Hilfe braucht. Vielleicht können Sie hingehen und helfen und vielleicht geben Sie jeden Monat ein wenig Geld - beides ist perfekt und wird den armen und bedürftigen Menschen helfen.